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"After Dark"

After Dark | Tripbericht:


Substanz:

Synthetisches Cannabinoid - Hasch (Cannabis)

 

Setting:

Mit einem Kumpel, an einem warmen Sommertag, draußen in der Natur und in der Kleinstadt. Zeitweise mit anderen Freunden unterwegs und kurzzeitig daheim bei einem Kumpel.

 

Set:

Aufgrund der Vorfreude etwas nervös und neugierig zugleich. Trotzdem sehr gute allgemeine Stimmung, da damals gerade Sommer- und somit Schulferien waren.


Come Up:

Als kleines Vorwort zu meinem Trip. Damals war das meine aller erste Erfahrung oder mein erster Kontakt mit Spice bzw. den sogenannten Kräutermischungen. Ihr müsst euch vorstellen, ich war gerade 14 oder 15 Jahre alt und hatte nur Erfahrungen mit Alkohol und Cannabis (ca. 4 - 8 mal Gras geraucht). Ah ja und Kippen habe ich ebenfalls schon Konsumiert. Zwar in diesem Alter natürlich noch nicht regelmäßig dennoch habe ich bereits hin und wieder geraucht. Damals hatte ich einen guten Kumpel, der auch die Ehre hat, eine mehr oder weniger wichtige Rolle in dem Bericht zu spielen.

In diesem nenne ich besagten Kumpel einfach J. Damals hatten wir beide wie gesagt sehr wenig Erfahrung mit Drogen. Wir lernten uns damals auf einer "Party" kennen. Sofort hatten wir ähnliche Gesprächsthemen und Interressen. Zusätzlich hatten wir beide bereits unsere ersten male Kiffen hinter uns. Bereits, wenige Tage später trafen wir uns und holten zusammen bei jemand anderem Gras (den "anderen" haben wir beide lustigerweise auch erst auf der Feier kennengelernt). Damals waren Sommerferien und wir waren zusammen bei extrem geilem Wetter erst tagsüber skaten und dann haben wir bzw. ich schnell das vermeintliche Gras bzw. Cannabis gekauft.

Vorab gesagt, ich schreibe den Trip-bericht nach über 6 Jahren nur aus meinen Erinnerungen auf. Den Bericht teile ich in einzelne Erinnerungsfetzen auf. Natürlich versuche ich auch eine logische Reihenfolge beizubehalten, verzeiht mir, falls ich das an der ein oder anderen Stellen nicht schaffen sollte.


Plateau:

Zu zweit und mit Mühe und Not haben wir das Gras in ein Longpape bekommen und ich schaffte es letztendlich den Joint zusammen zu drehen. Ca. 15 Euro haben wir damals für das Dope bezahlt, dumm wie wir waren haben wir alles direkt in einen Dübel rein und ohne Tabak gemischt. Was noch dazu kam, beim Kauf wurde mir gesagt, ich würde "After Dark" kaufen. Angeblich war es damals das beste Gras im ganzen Landkreis. Na ja, zu schön um Wahr zu sein.

Ca. 15:30 : Wir zündeten den Dübel, in der nähe unserer alten Schule und dem städtischen Sportverein an. Bereits nach den ersten Zügen spürte ich ein komisches und zugleich ein befreiendes Gefühl in meinem Hinterkopf. Wir spazierten über das Fußballfeld, genossen die Ferien und schwärmten in den Träumen nie wieder zur Schule zu müssen. Kurz darauf brachen wir beide fast gleichzeitig zusammen. Halb auf dem Boden liegend bekamen wir so heftige Lachanfälle, dass wir erst einmal kurz Pause machen mussten. Mit Mühe und Not schafften wir es gemeinsam, zwischen unseren Lachkrämpfen, den Joint doch noch zu Ende zu rauchen. Bereits ab dem letzten drittel, veränderte sich die Wirkung schlagartig und ein fremdes und negatives Gefühl wurde in mir immer stärker. Noch während wir den Joint zu Ende rauchten, lasen wir allerdings im Internet, dass es sich hierbei um eine Räuchermischung und nicht um echtes Gras handelte. In dem Tütchen, welches wir bekommen haben waren, zum einen kleine (im Nachhinein gesehen ca. so 0,1-0,2 schwere) Hasch "brocken" und zum anderen kleine Kräuter. Für uns oder eigentlich für mich hat das damals einfach wie etwas Verbotenes und eben wie Gras ausgeschaut. Ab dem Moment in welchem wir erfahren haben, dass dieses "After Dark" gar keine harmlose Substanz wie Cannabis ist, wurde mir sehr unwohl zumute. Sofort hat sich mein Set, schlagartig extrem verschlechtert. Mein Körpergefühl wurde total beschissen, ich bekam Hitze- und Kältewallungen gleichermaßen und hatte zusätzlich, starke Migräne ähnliche Kopfschmerzen. Das alles gepaart mit einer typischen Cannabis verpeiltheit und einer Alkohol ähnlichen Optik (leicht verschwommenes Sichtfeld, Bewegungen sehen verlangsamt aus).

Ca. 18:15 : Verwirrt wollte ich mir eine Zigarette aus der Schachtel in meiner Hosentasche holen. Plötzlich merkte ich, dass ich bereits eine Kippe in meiner rechten Hand hielt. Nicht einmal 5 Sekunden später verschwand diese Plötzlich aus meiner Hand und wurde unsichtbar. Die ganze Prozedur wiederholte sich, glaube ich einige male, bis ich irgendwann keine Lust mehr hatte. Als ich das Verlangen nach einer Zigarette unterdrücken konnte realisierte ich erst, wo ich eigentlich war. Ich saß im Schneidersitz vor einer Holzschaukel, auf einem Kinderspielplatz. Keine Spur von J und auch keine Spur von irgend einem Menschen in der Nähe. Und das an einem schönen sonnigen Sommerabend.

Ca. 19:45 : J und ich waren komischerweise wieder zusammen unterwegs. Wir gingen eine lange gerade Straße, einer Neubauwohnsiedlung, entlang. Der Trip bisher hat sich sehr Abwechslungsreich angefühlt. Zeitweise, allerdings sehr selten, konnte man die bekannte Euphorie und das "High" von Cannabis spüren. Dann fühlte es sich allerdings schlagartig schlechter an, wie eine Art falsche Kopie des Cannabis Rausches. Alles wirkte bedrohlicher, finsterer und auch geheimnisvoller. Dazu kamen aber noch die vielen Negativen und vor allem körperlichen Effekte von Spice.

Ca. 20:00 : Wir waren gerade auf dem Weg zu einem damaligen Freund, welcher an diesem Abend sturmfreie Bude hatte. Auf Hälfte des Weges, an einem kleinen Parkplatz trafen wir zufällig zwei weitere Kumpels. Beide hatten uns direkt durchschaut und kamen uns breit grinsend entgegen. Während wir also kurz mit beiden eine geraucht haben erzählten wir unsere Erlebnisse in Kurzfassung. Zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, dass ich J zufolge den ganzen Tag noch keine eigene Kippenschachtel dabei hatte.  Nach seiner Feststellung war es für mich, als würde ich in ein tiefes, schwarzes Loch stürzen. Ich wusste nicht mehr was oder wem ich trauen konnte. Zuvor hatte ich noch nie Halluzinationen oder leichte  Optics. Während J sich weiter mit den anderen unterhielt, schossen meine Gedanken ziellos durch meinen Kopf, ich war komplett abwesend. Meine Gedanken kreisten nur fragend um die falschen oder echten Kippen und um die ganze Situation vorhin am Spielplatz. Irgendwann schafften wir es dann endlich die anderen beiden loszuwerden und sofort bewegten wir uns weiter. Leicht taumelnd und stark verpeilt stapften wir also weiter durch die Wohnsiedlung.

Ca. 21:45 : Wir waren bereits seit über einer Stunde, bei unserem gemeinsamen Kumpel R, Zuhause. Mein Gedächtnis schaltete sich allerdings erst wieder später, in seinem Garten, ein. Wir waren zeitweise (vor allem im Haus und einzelnen engen Räumen) sehr paranoid und ängstlich. Als meine Erinnerungen dann wieder einsetzten, lag ich alle viere von mir gestreckt auf dem Grasboden mitten in R's Garten. Die Sonne war gerade untergegangen und langsam wurde es außen immer kälter und dunkler. Wackelig stand ich auf und erkundigte mich zuerst bei R, wie es J denn so geht und was gerade mit mir passiert ist. R antwortete mir zwar auf jede meiner Fragen, allerdings konnte ich seine gesprochenen Wörter nicht wirklich verstehen bzw. zuordnen. Selbst so banale Sätze wie z.b. "ihm geht es gut.", verstand ich einfach nicht. Ich hörte und verstand jedes Wort allerdings konnte ich keinen Zusammenhang zwischen meinen Fragen und seinen Antworten fest stellen.

Ca. 22:00 : Ich kam in einem, mir fremd wirkenden Badezimmer zu mir. Anscheinend wollte ich mich kurz zuvor Übergeben, da ich tief über der Badewanne hing und mich links und rechts, abstützten musste. Meine Klamotten waren vor Stress und Schweiß durchnässt. Ich hielt kurz inne, schluckte und drehte mich zum gegenüberliegenden Waschbecken. Angestrengt und verkrampft versuchte ich mich auf meine Atmung zu konzentrieren und meinen Körper zu beruhigen.

Ca. 23:45 : Meine letzten Erinnerungen aus dem Trip. Anscheinend war R schon längst weg, J und ich saßen mit zwei guten Freundinnen auf einer halbhohen Kirchenmauer im Zentrum unserer Kleinstadt. Wir unterhielten uns über die erlebten Momente und die verschobene Wahrnehmung. Irgendwann wurde es den beiden Mädchen anscheinend zu eintönig mit uns, da beide ziemlich schnell wieder nach Hause mussten. J und ich blieben noch bis kurz nach 00:00 und dann traten wir beide den Heimweg an.

Ca. 00:45 : Normalerweise brauche ich von der besagten Mauer, in der Innenstadt, nur 5-10 Minuten nach Hause. Dieses mal brauchte ich fast viermal so lange, ich kam erst um kurz nach dreiviertel heim. Zum Glück war bei mir Zuhause niemand mehr wach und ich konnte in Ruhe reingehen und endlich schlafen gehen.


Come Down:

Ich hoffe, viele von euch überdenken durch diesen Trip-bericht ihre nächsten Entscheidungen. Psychoaktive Substanzen sind immer gefährlich und unberechenbar. Nehmt keine Drogen und falls ihr das unbedingt tun müsst, informiert euch ordentlich und passt auf bei wem ihr euere Substanzen kauft. Wir waren auch nur jung, dumm und wollten lediglich einen Marihuana Rausch. Stattdessen wurde uns irgend eine (vielleicht sogar unerforschte) synthetisch hergestellte Scheiße untergejubelt und dann noch im Mischkonsum mit THC. Dieses Erlebnis habe ich noch nie irgendwo zuvor aufgeschrieben oder so dargestellt wie jetzt. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in unseren damaligen Trip verschaffen. Natürlich hoffe ich, jeder hatte Spaß beim Lesen dieses Trip-berichts.

Grüße gehen raus, vor allem an J und R sowie an Psychoaktiv-Brain.

Kai, männlich, 21 Jahre alt.











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